Simon verdient CHF 21'000 pro Monat (!!!) auf YouTube (Nebenjob in der Schweiz #4)

Heute ist es Simon, ein Leser aus Zürich, der uns von seinem Schweizer Nebenjob erzählt. Er startete seinen ersten Online-Nebenjob auf YouTube, während er studierte. Jetzt verdient er damit mehr als mit seinem Vollzeitjob als Pilot! — derzeit etwa 3—4x so viel 😱

Als ich seine E-Mail zum ersten Mal erhielt und seinen YouTube-Kanal überflog, war ich begeistert: "Jepp, coole Story, Bro, aber nein danke. Ich mag nicht, wenn Leute Tools vorstellen, die die meisten Affiliate-Einnahmen bringen, wie Bluehost. Deshalb werde ich deine Geschichte nicht in meinem Blog vorstellen."

Ein paar Monate später stolperte ich über eins seiner Videos. Dann nahm ich mir die Zeit, es mir ganz anzusehen. Und ich spürte eine echte Authentizität in seiner Rezension. Mir wurde klar, dass er auf seiner Reise in einer früheren Phase war als ich und dass das, was er für seine Bedürfnisse empfahl, meine eigene Wahl für andere Projekte vor Jahren war.

"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann", wie man so schön sagt :)

Sehen wir, was wir aus seinen Erfahrungen lernen können, um selbst auch in der Schweiz zusätzliches Einkommen zu generieren!

‌MP: Salut Simon! Willkommen und danke für deine Bereitschaft, an diesem Interview teilzunehmen. Kannst du dich in zwei oder drei Sätzen vorstellen: demografische Daten, Single oder Familie, Wohnort?
Simon: Ciao MP :) Danke für die Einladung! Ich bin derzeit 27 Jahre alt (fast 28). Noch keine Familie, aber ich habe eine wunderbare Freundin, mit der ich viel Zeit verbringe. Und ich lebe in Wallisellen, ZH.

MP: Danke für die Vorstellung. Dann erkläre uns doch mal: Worin besteht dein Nebenjob konkret?
Simon: Im Grunde sind es meine YouTube-Kanäle (Metics Media & Collection Crypto). Mein erstes Video habe ich im März 2018 hochgeladen. Damals habe ich damit nicht viel Geld verdient.

Ich merkte aber schnell, dass YouTube-Videos über Jahre hinweg relevant bleiben können. Das bedeutet, dass ein Video, das einmal hochgeladen und in den Suchergebnissen indiziert wurde, noch Monate und Jahre lang passives Einkommen generieren kann. Ich verdiene heute noch mit Videos, die ich vor über 2 Jahren gemacht habe.

Die Einnahmen stammen hauptsächlich aus YouTube-Werbeeinnahmen und Affiliate-Provisionen.

Ich erstelle vor allem Rezensionen, Erklär- oder Tutorial-Videos, was der perfekte Content für Affiliate Marketing ist. Jedes Mal, wenn jemand meinen Affiliate-Link (alias Empfehlungslink genannt) in der Videobeschreibung nutzt, bekomme ich eine Provision, wenn diese zuschauende Person, die geklickt hat, dann kauft.

Ein Beispiel: Ich habe ein Video gemacht, in dem ich zeige, wie man eine E-Mail-Marketing-Automatisierung mit der Plattform getresponse einrichtet.

Wenn Leute bei YouTube "getresponse" oder "getresponse tutorial" eingeben, erscheint mein Video ganz oben. Wenn Leute dann meinen Link in der Videobeschreibung nutzen und zahlende Kunden werden, bekomme ich eine Belohnung von $100.

Simon: 'Hier platziere ich normalerweise meinen Affiliate-Link (erster Teil der Videobeschreibung)'

Und unten ist ein Screenshot von meinem getresponse-Affiliate-Konto: 11 bezahlte Abrechnungen bis jetzt im September, also $1100 an Affiliate-Provisionen. Die ausstehenden Einnahmen sind höher, weil ich etwa 3 Monate warten muss, bis die Provisionen über PayPal ausgezahlt werden.

Simons getreponse-Affiliate-Dashboard für September 2021

MP: Sehr nett! Ich werde dich mit meiner folgenden Frage nicht überraschen, denn wir sind hier, um über Geld (!) zu sprechen: Wie viele Schweizer Franken verdienst du pro Monat, seit du angefangen hast? Hat es sich im Laufe der Jahre verändert? Und wird es in Zukunft weiter steigen?
Simon: Nein, ich bin nicht überrascht, haha! Als ich anfing, habe ich kein Geld mit Werbeeinnahmen verdient, denn man braucht mindestens 1'000 Abonnenten und 4'000 Stunden Sehzeit in einem Zeitraum von 12 Monaten, um sich für das YouTube-Partnerprogramm zu bewerben. Allerdings verdiente ich einige Provisionen mit Affiliate-Links, vielleicht ein paar hundert Schweizer Franken pro Monat.

Als ich dann die Anforderungen erfüllte und ins YouTube-Partnerprogramm aufgenommen wurde, verdiente ich im ersten Monat (Februar 2019) 90 Schweizer Franken. Im August 2021 verdiente derselbe Kanal etwas mehr als 10'000 Franken mit YouTube-Werbeeinnahmen. Neben den Werbeeinnahmen hat er auch etwa 8'000 Schweizer Franken durch Affiliate-Provisionen generiert.

Werbeeinnahmen vom Februar 2019

Werbeeinnahmen vom August 2021

Also verdiene ich derzeit rund CHF 18'000 mit meinem Hauptkanal und etwa weitere CHF 3'000 mit meinem neuen Kanal, den ich im März 2021 gestartet habe. Insgesamt verdiene ich also derzeit rund CHF 21'000 pro Monat mit meinem Online-Geschäft, etwa 50 % durch Werbeeinnahmen und 50 % durch Affiliate-Provisionen.

Also ja, es hat sich über die Jahre stark verändert und es hat definitiv das Potenzial, noch viel höher zu steigen, wenn ich die Arbeit reinstecke.

Tägliche Werbeeinnahmen (Gewinn) seit dem Start meines Kanals bis heute. Unterhalb des Diagramms siehst du, wann ich neue Videos hochgeladen habe und wie viele.

‌MP: Das ist ein echt krasser Nebenjob, den du da hast! Glückwunsch!
Kannst du beschreiben, wann du zum ersten Mal in deinem Leben die Idee hattest, YouTuber zu werden? Und wie bist du darauf gekommen? Und auch warum (Bedürfnis nach mehr Geld; Bedürfnis, etwas anderes zu tun als deinen eigentlichen Job, anderes)?
Simon: Ich studierte, um meinen Bachelor in Luftfahrt zu machen und Pilot zu werden. Ich wollte arbeiten und etwas Geld nebenher verdienen, aber ich konnte nicht sofort einen Job finden. Also fing ich an, nach Online-Jobs zu suchen und nach Ideen, wie man online Geld machen kann.

Das erste, was funktioniert hat, war, Instagram-Themenseiten zu erstellen und zu Geld zu machen, indem ich entweder Werbe-Posts verkaufte oder gleich den ganzen Account. Ich habe also einfach Instagram-Accounts eröffnet und virale Inhalte in verschiedenen Nischen wie Reisen, Fitness, Luxus, Autos etc. gepostet.

Je nachdem, wie viele Follower die Accounts hatten, verlangte ich zwischen $30 und $100 pro Werbe-Post. Und ich verkaufte Accounts mit 30K-500K Followern für $200-$3500 USD pro Account. Mein Einkommen schwankte sehr stark von Monat zu Monat. In manchen Monaten verdiente ich $1000 USD und in anderen über $5000. Mein bester Monat in dieser Zeit waren $20'000, als ich einige grosse Accounts verkauft habe.

In dieser Zeit machte ich einige Videos für meine Kunden dazu, wie sie den gerade von mir gekauften Account weiter ausbauen konnten.

Nach ein paar Monaten wurde mir bewusst, dass ich auch auf YouTube Geld machen konnte und dass es viel passiver war als mein ursprüngliches Instagram-Geschäft. Irgendwann gab ich mein Instagram-Geschäft auf und begann, mich nur noch auf YouTube zu konzentrieren. So bin ich also gewissermassen da reingerutscht.

Simons Meltics Media YouTube-Kanal

MP: Erzähl uns doch mal, wie du begonnen hast, Schritt für Schritt, von der Idee bis zum ersten Mal, und vor allem parallel zu deinem Job?!
Simon: Mein Studium und mein Job hatten für mich immer Priorität. Also investierte ich meine freie Zeit in den Aufbau meines Geschäfts. Zum Glück hatte ich viel freie Zeit und Lücken zwischen meinem Studien. Selbst jetzt, wo ich theoretisch Vollzeit arbeite, bin ich wegen der Corona-Krise über ein Jahr lang nicht geflogen, was mir viel Zeit gab, an meinem Geschäft zu arbeiten.

Das Coole an der Art von Inhalten, die ich auf YouTube erstelle, ist, dass sie so gut wie "Evergreens" sind. Das bedeutet, dass ich nicht an einem Zeitplan kleben muss, um sicherzustellen, keine Aufrufe meines Kanals zu verlieren. Zum Beispiel habe ich jetzt, wo ich seit Juli 2021 wieder fliege, kein einziges Video hochgeladen, aber meine Aufrufe und Einnahmen sind gleich geblieben (und sogar ein wenig gestiegen).

MP: Und was sind in Zukunft deine nächsten Schritte mit diesem Nebenprojekt (es weiter entwickeln, aufhören, weil es zu viel Zeit in Anspruch nimmt, anderes)?
Simon: Der Aufbau eines Online-Geschäfts hat mir definitiv die Augen dafür geöffnet, was im Unternehmertum im Gegensatz zu einem normalen Job möglich ist. Derzeit fliege ich wieder und meine Zeit für die Erstellung weiterer Inhalte ist begrenzt. Ich denke darüber nach, eine Auszeit von meinem Job zu nehmen, um mich ganz auf mein Geschäft zu konzentrieren und zu sehen, wie weit ich es bringen kann.

Wallisellen, ZH (Schweiz), wo Simon lebt (Quelle: Google Maps)

MP: Sagst du uns zum Ende noch, was du meinen Lesern empfehlen würdest, die vielleicht zögern, ihren eigenen Nebenjob anzufangen? Und vor allem, wie man einen Nebenerwerb auf YouTube startet?
Simon: Einen YouTube-Kanal oder ein anderes Geschäft aufzubauen braucht Zeit. Am Anfang siehst du noch keine Ergebnisse. Das ist meiner Meinung nach die schwierigste Zeit, in der die meisten Leute scheitern. Du musst dir also eine gewisse Zeit vornehmen, in der du weitermachst, auch wenn du keine grossen Ergebnisse siehst.

Ich empfehle es auch, Leute zu finden, die bei dem, was du versuchen willst, schon Erfolg haben. Studiere sie und finde Muster. Versuche zu verstehen, warum sie erfolgreich sind. Übernimm, was funktioniert, und versuche, es sogar noch besser zu machen.

Speziell für YouTube: Es gibt viele verschiedene Arten Kanäle, die auf YouTube Erfolg haben. Es gibt auch viele verschiedene Möglichkeiten, einen Kanal zu monetarisieren. Ich denke, es ist wichtig, einen Plan zu haben, ihn auszuführen und dann anhand des Feedbacks, das du bekommst, nachzujustieren. Mach nicht weiter mit etwas, das nicht funktioniert, sondern konzentriere dich auf das, was funktioniert. Auf die Art habe ich auf YouTube und im Online-Business im Allgemeinen Fortschritte gemacht.

Für die unter euch, die einen YouTube-Kanal starten wollen, gibt es hier ein Video von mir, das euch helfen könnte. Darin erkläre ich, wie ich Videos in der YouTube-Suche ranke.


Das ist eine recht unglaubliche Geschichte. Ich meine, 21K CHF/Monat, das kann man nicht mehr als Nebenjob bezeichnen!

Wenn du also demnächst mal hörst, wie ein Elternteil dem Sohn/ der Tochter sagt, YouTuber sei kein rentabler Job ist, kannst du sie auf diesen Artikel hinweisen :D

Für die jüngeren Leserinnen und Leser hier sollte ich hinzufügen, dass das stimmt, wenn, und nur wenn du es mit Authentizität und dem Willen tust, das Leben der Menschen langfristig zu bereichern. Das schliesst auch ein, dass du keine sehr (sehr!) interessanten Geldangebote von zwielichtigen Marken annimmst. Sonst nennt man das nutzloses BS-Marketing!

Schliessen möchte ich damit, dass ich es sehr gut nachvollziehen kann, wenn Simon sagt, dass die meisten Menschen am Anfang scheitern. Weil sie kurzfristig statt langfristig denken. Ich denke, das ist die wichtigste Erkenntnis, die du mitnehmen solltest, wenn du einen ähnlichen Weg einschlagen möchtest.


Zu guter Letzt, wenn du auch bei dieser Blog-Serie mitmachen "Wie verdiene ich in der Schweiz zusätzlich zu meinem Salär Geld durch einen Nebenjob?" möchtest, schreib mir bitte an folgende E-Mail-Adresse: contact [at] mustachianpost.com


MEIN BUCH "FREI MIT 40 IN DER SCHWEIZ"

"Deine Artikel sind tolle MP, aber es gibt so viele, dass ich nicht weiss, wo ich anfangen soll, um meine finanzielle Freiheit zu erreichen. Was würdest du empfehlen?"

Nach 1 Jahr intensiver Arbeit, hier ist meine Antwort an einer Stelle kondensiert:

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