Reduziere deine Schweizer Miete wenn deine Stadt eine niedrige Leerwohnungsziffer hat

Ich liebe meinen Blog aus vielen GrĂŒnden. Unter anderem, weil ich durch all eure RĂŒckmeldungen und Kommentare mein Wissen exponentiell erweitere.

Erst letzten Monat teilte Heiko, ein Leser des Blogs, einen frugalen Tipp zum Mieten in der Schweiz mit mir, den ich nicht fĂŒr mich behalten konnte.

‌MP: Willkommen im Blog, Heiko. Du kennst also einen Trick, um deine Schweizer Miete in grossen StĂ€dten zu senken?
Heiko: Hallo MP, super Blog und gute Sachen, die du da hast.
In der Tat, als wir vor zwei Jahren in die Schweiz gezogen sind, haben wir einen kleinen Trick zum Mieten gelernt, mit dem du jede Menge sparen kannst! (Wir haben es geschafft)

‌MP: Wenn es um Sparfakten geht, kann ich nur zustimmen. Da die Miete Teil der Grossen Drei 1 Ausgaben ist, auf die man sich am meisten konzentrieren sollte, da ihre Auswirkungen wiederkehrend sind, kann der Zinseszins-Effekt ĂŒber ein Leben hinweg enorm sein. Bitte erzĂ€hl uns mehr, Heiko!
Heiko: Es ist eigentlich recht einfach. Wenn du umziehst und in deiner Stadt weniger als 1.5% der Wohnungen/HÀuser frei sind, ist der Vermieter gesetzlich verpflichtet, dir ein Dokument mit der vom Vormieter gezahlten Miete, deinem Recht auf Senkung deiner Miete und dem genauen Vorgang, wie man das angeht, auszuhÀndigen.

Das klingt etwas lÀcherlich, aber wir haben es tatsÀchlich getan. Diese einfache Methode reduzierte unsere Miete (nach (!) dem Unterzeichnen des Mietvertrags anwenden) von CHF 3'500/Monat auf CHF 2'950/Monat.

Dieses Recht des Mieters wird auf dieser "Mieterinnen- und Mieterverband"-Website-Seite erlÀutert.

Den Status deiner Stadt (ĂŒber das 1.5%-Limit) findest du auf der Website des Statistischen Bundesamtes. Sie haben eine grossartige Karte, auf der du den Status jeder Schweizer Stadt oder jedes Schweizer Dorfes visuell darstellen kannst. Hier ist der Link.

Heikos Wohnungsansicht in ZĂŒrich — die er geniesst, wĂ€hrend er pro Jahrzehnt CHF 103'267 spart ;)

MP: Wow! Wenn wir deine Zahlen durch den Zinseszinsrechner laufen lassen, sprechen wir ĂŒber Einsparungen in Höhe von CHF 103'267 ĂŒber 10 Jahre hinweg (indem wir sie investieren, um sie zu vermehren), das ist riesig! Kannst du uns bitte den Vorgang nĂ€her erlĂ€utern?!
Heiko: Na klar :)
Zuerst haben wir unseren Vertrag unterschrieben.

Es ist wichtig, nicht vorher ĂŒber die Tatsache zu sprechen, dass du nach einer Mietsenkung fragen möchtest, da die Vermieter dann jemand anderen auswĂ€hlen, der die Wohnung erhĂ€lt.

In unserem Fall ist es so, dass wir in ZĂŒrich leben. Und weil weniger als 1.5% der Mietwohnungen frei sind, musste uns unser Vermieter dieses Formular geben. Wir sahen, dass der Vormieter 26% (!) weniger bezahlt hat als wir es sollten.

Also wurden wir Mitglied im Mieterverband — mieterverband.ch (asloca.ch in der Romandie) — was CHF 100 im Jahr kostet. Sie analysierten den Fall und sagten, wir hĂ€tten eine Gewinnchance von 99%. Sie erklĂ€rten uns dann, wie es geht, und gaben uns die Briefvorlagen, die wir an den Vermieter senden sollten. (Wir mussten nur unsere Namen eintragen.)

‌MP: Kurzer Einwurf hier: WĂŒrdest du jemandem, der diesen Trick versuchen will, empfehlen, ĂŒber den Mieterverband zu gehen? Und warum?
Heiko: Ich kann nur dazu ermutigen, ja.

ZunĂ€chst einmal hast du nur ein 30-Tage-Fenster, um deinen Kampf zu beginnen. Stell dir vor, du sendest einen unzureichenden Brief, in dem einfach irgendeine Formalie nicht stimmt. Du sendest den Brief und natĂŒrlich braucht der Vermieter einige Zeit, um ihn zu bearbeiten. Am Ende könntest du das 30-Tage-Fenster verlieren und dann jeden Monat (!) Hunderte von Franken mehr bezahlen.

Und zweitens kann der Mieterverband (Mieterverband / Asloca) nur dann seinen Job machen, wenn er MitgliedsbeitrĂ€ge erhĂ€lt. Das schliesst auch die lĂ€ngerfristigen BemĂŒhungen ein, die politische Agenda mieterfreundlicher zu gestalten (und mehr oder weniger 2/3 der Schweizer sind Mieter). Dadurch sind dann die meisten von uns in der Schweiz besser dran.

Betrachte es einfach so: Die Tatsache, dass du deine Miete wie hier beschrieben reduzieren kannst, basiert auf diesem Aufwand. Ja, ich sehe den Mitgliedsbeitrag als eine Investition, mit der ich in Zukunft mehr Geld sparen kann :-)

Schweizer Karte der Leerwohnungsziffer pro Stadt (Quelle: Website des Bundesamtes FĂŒr Statistik)

‌MP: OK, ich verstehe. Dann zurĂŒck zum Hauptthema. Wie ging es weiter?
Heiko: Nach dem Absenden unseres Briefes bot uns der Vermieter um die CHF 3'400 statt CHF 3'500 an.

Der Mieterverband warnte uns, dass dies der Standardprozess sei und dass wir nachhaken sollten, da wir das Recht haben, ihre Gewinnberichte zu sehen, die sie einem niemals geben werden.

Also hakten wir nach.

Dann fragten sie, wie viel weniger wir zahlen wollten. Wir sagten mindestens CHF 550/Monat (das war eine GlĂŒcksspiel-Verhandlung, da wir eine Zahl nahmen, die wir fĂŒr viel zu hoch hielten).

Sie stimmten sofort zu und jetzt sind wir beide glĂŒcklich.
Wir sparen zusĂ€tzlich CHF 6'600/Jahr, was tatsĂ€chlich zu CHF 103'267 fĂŒhrt, wie du bereits erklĂ€rt hast.

Aber wir sind auch ein bisschen traurig, weil wir mehr hÀtten verlangen sollen...

‌MP: Ich liebe das. Aber eine Sorge fĂ€llt mir da ein. Riskierst du nicht, dass sie dich rausschmeissen, weil sie nicht so viel Geld verdienen, wie sie in einer grossen Stadt könnten?
Heiko: Nö! Das ist das Beste daran. Denn selbst wenn sie dir einen Rabatt von 1 Cent pro Monat geben wĂŒrden, zĂ€hlt das als "Gewinn" und du bist daher 3 Jahre lang davor geschĂŒtzt, von ihnen rausgeworfen zu werden (!!!). Das wird als "Vergeltungsschutz" bezeichnet.

MP: Vielen vielen Dank, dass du deine frugale Geschichte auf dem Blog mit uns geteilt hast. Wenn du mehr hast, weisst du, wo du mich findest ;)
Heiko: War mir ein VergnĂŒgen, MP. Ich freue mich, wenn es anderen Schweizern helfen kann, mehr zu sparen und ihr FIRE-Ziel schneller zu erreichen!


Und du, lieber Leser, liebe Leserin, hast du diesen Trick je ausprobiert? Kennst du irgendwelche anderen Tricks zur Schweizer Miete (ausser dem hier, den ich schon in einem frĂŒheren Blogpost beschrieben habe)?


  1. Wie ich in meinem Buch nĂ€her ausfĂŒhre, sind Die Grossen Drei diese drei wiederkehrenden Ausgaben, die einen nicht zu vernachlĂ€ssigenden Einfluss auf jedes Budget haben, nĂ€mlich Essen, Wohnen und Transport 


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