Die beste Kreditkarte in der Schweiz 2019

Wir benutzen seit fĂŒnf Jahren dieselbe Kreditkarte.
Zu der Zeit bemerkte ich, dass Reise-Hacking in der Schweiz nicht funktioniert, also wendete ich mich wieder der Kreditkarte mit den niedrigsten GebĂŒhren und dem meisten Cashback zu.

Diese Kreditkarte ist die Cumulus-Mastercard 1.

Ich bewerte hier nicht alle existierenden Kreditkarten, da sie alle weniger vorteilhaft sind, ausser der Coop Supercard-Kreditkarte, falls du da einkaufst (siehe Moneyland fĂŒr weitere Infos).

Cumulus-Mastercard, die Vorteile

Der erste grosse Vorteil der Cumulus-Mastercard ist, dass sie kostenlos ist. Null CHF GebĂŒhren pro Jahr. Und man kann mehrere davon mit demselben Konto verlinken (in unserem Fall die von Frau MP) – und das, ebenfalls, kostenlos.

ZusÀtzlich bietet Migros ein Cashback-Programm:

  • FĂŒr bei Migros ausgegebene CHF 1 erhĂ€ltst du 1 Cumulus-Punkt
  • Nicht bei Migros ausgegebene CHF 3 generieren 1 Cumulus-Punkt

Dann werden diese Punkte mit einer 1%-Rate in Cashback ĂŒbertragen. FĂŒr 500 Punkte gibt es also CHF 5, die du in jedem Laden der Migros-Gruppe ausgeben kannst: in Migros-SupermĂ€rkten, speziellen MĂ€rkten von Migros (melectronics, SportXX, Outdoor by SportXX, Do it + Garden, Micasa, Interio) und ihren Online-LĂ€den, Migros Partnern, VOI und Bio Alnatura-SupermĂ€rkten sowie Migros-Restaurants und Takeaways.

Der letzte Vorteil, den man nicht vergessen darf, ist die Reiseversicherung, die bis zu CHF 50'000 pro Person pro Ereignis ersetzt (alle Details in diesem Dokument auf Französisch, oder in diesem auf Deutsch).
Dies gilt nur, wenn du mindestens 51% der Reise mit der Cumulus-Mastercard zahlst.

Cumulus-Mastercard, die Nachteile

Trotz des Angebots, das in der Schweiz, verglichen mit denen der ĂŒblichen Banken, bei weitem das beste ist, unterliegt diese Kreditkarte trotzdem dem "Mastercard-Recht", das erfordert, dass du eine GebĂŒhr von 1.5% auf jede im Ausland oder in einer FremdwĂ€hrung gemachte Transaktion zahlst!
Und dann kommt noch der aufgeblÀhte Wechselkurs von Cembra (der Bank, welche die Cumulus-Kreditkarte herausgibt) hinzu, mit dem du insgesamt bei etwa 2% landest!

Ich will gar nicht lang von der 3.75%igen AbhebegebĂŒhr an Geldautomaten in der Schweiz oder im Ausland reden (mit einem Minimum von CHF 5 bzw. CHF 10...).
Ich schliesse ihre GebĂŒhrenĂŒbersicht in dieser PDF-Datei auf Französisch ein und in dieser auf Deutsch.

Ausser, dass es teuer ist, schmerzt es auch auf der Budget-Ebene, da du die Information ĂŒber den tatsĂ€chlich auf aufgeschobener Basis gezahlten Preis hast.
Vor Ende letzten Jahres musstest du auf die monatliche Rechnung warten, oder dich mehrere Tage nach der Transaktion in dein Cembra-E-Banking einloggen. Seit ein paar Monaten haben sie nun eine mobile App, die es leichter macht, Informationen in YNAB zu tracken, anstatt auf deinem Laptop Cembras nicht benutzerfreundliches Interface zu bemĂŒhen.

Ernsthaft, CHF 4 im Jahre 2019 fĂŒr ein paar SMS im Monat!

Da Frau MP manchmal vergaß, eine Transaktion in YNAB einzugeben, kam ich sogar an den Punkt, die SMS-Option fĂŒr CHF 4 (!) Zu aktivieren, um ĂŒber jede Ausgabe informiert zu werden und ein YNAB zu haben, das die RealitĂ€t in Echtzeit widerspiegelt...

Revolut betritt die Szene

Einige von euch haben mich nach meiner Meinung zu Revolut gefragt. Ich war vorher nur mĂ€ĂŸig interessiert, weil sie keine IBAN in CHF angeboten haben, was bedeutete, dass wir eine GebĂŒhr zahlen mussten, um das Konto aufzuladen (ihr System ist Ă€hnlich wie Prepay).

Das hat sich aber im Dezember 2018 geĂ€ndert, seit Revolut seinen Schweizer Kunden endlich eine IBAN in CHF zur VerfĂŒgung stellt!

Also habe ich mich ernsthaft gefragt, ob es sich lohnt, zu wechseln. Der wichtigste Punkt war, zu wissen, ob ich so viel in FremdwÀhrung und im Ausland konsumierte, und den Gewinn durch Revolut mit dem Cashback-Programm von Cumulus zu vergleichen.

Ich nahm die Cembra-Rechnungen meiner Cumulus-Mastercard der letzten 12 Monate und zĂ€hlte den Gesamtbetrag, der in FremdwĂ€hrung ausgegeben wurde: CHF 16'792. Das ergab etwa CHF 251.88 Transaktionskosten (bei 1.5%), den bis zum Maximum aufgeblĂ€hten Wechselkurs von Cembra nicht berĂŒcksichtigt.

Im selben Zeitraum hatte ich CHF 220 in Cumulus-Cashback erzielt. Und das ist fĂŒr die Gesamtsumme, nicht nur fĂŒr die Ausgaben im Ausland.
Denn wenn wir nur die Ausgaben im Ausland betrachten, ergibt das nur CHF 55.40 Cashback (CHF 16'792 x 0.0033, weil CHF 3, ausserhalb von Migros-LĂ€den ausgegeben, 1 Cumulus-Punkt ergeben, der CHF 0.01 wert ist, also 1/3 * CHF 0.01 = 0.0033).

Die Entscheidung fiel schnell. Wir eröffneten ein Konto bei Revolut!

Wenn du auch eins eröffnen willst, klick auf das Bild unten, und du bekommst die Karte gratis (statt fĂŒr CHF 6.99).

Ein Konto bei Revolut in weniger als 1 Minute eröffnen

Anstatt dir eine Reihe von Screenshots zu prĂ€sentieren, habe ich ein Video fĂŒr dich gefunden, das den kompletten Vorgang zeigt, wie du ein Konto bei Revolut eröffnest - in weniger als 60 Sekunden:

Ich persönlich habe es an einem Freitagabend um 22:30 von meinem Bett aus gemacht, sobald ich mit meinen Berechnungen fertig war. Das ist doch was ganz anderes, als der Termin in der Bank am Montagmorgen, mit dem du einen halben Arbeitstag verlierst!

Vorteile von Revolut

Der erste große Vorteil betrifft EinkĂ€ufe im Ausland oder in FremdwĂ€hrung. Erstens fallen keine GebĂŒhren an. Zweitens ist der angewendete Wechselkurs der Inter-Bankkurs (d. h. der Wechselkurs, zu dem Banken Geld tauschen, der niedrigste auf dem Markt verfĂŒgbare Wechselkurs), ohne dass zusĂ€tzliche Kosten anfallen, wenn du wĂ€hrend der Woche zahlst. Wenn du am Wochenende zahlst, wenn die AktienmĂ€rkte geschlossen sind, erhebt Revolut einen Aufschlag von 0,5%, um sich vor Schwankungen zu schĂŒtzen.
Detaillierte Informationen findest du in Revoluts FAQ.

Zwei konkrete Beispiele, bei denen ich den HĂ€ndler gebeten habe, die Rechnung in zwei Teile zu teilen:

  • Zahlung von € 78.37
    • mit meiner Cumulus-Mastercard: CHF 92.28
    • mit meiner Revolut-Karte: CHF 89.07
  • Zahlung von $134.40
    • mit meiner Cumulus-Mastercard: CHF 139.34
    • mit meiner Revolut-Karte: CHF 134.41

Ich lasse es dich fĂŒr deinen Nutzungsfall berechnen, aber fĂŒr mich ist Revolut der Sieger!

Revolut-...

Das ist was...

Nur...

Die richtige...

Meine neue...

Auf der anderen Seite besteht die Alternative zur WochenendgebĂŒhr von 0,5% darin, wĂ€hrend der Woche Bargeld in die WĂ€hrung zu wechseln, die du ausgeben wirst. Es funktioniert so, als hĂ€ttest du so viele Brieftaschen wie WĂ€hrungen auf deinem Revolut-Konto. Das ist ein super Konzept!
Außerdem kannst du automatische Aktionen einrichten, wie zum Beispiel "Wechseln Sie mir 1'000 €, wenn der Wechselkurs unter 1 € = CHF 1.10 fĂ€llt".

Der zweite Vorteil ist die sofortige Benachrichtigung auf deinem Mobiltelefon (ĂŒber die Mobil-App von Revolut). Und wenn ich sofortige sage, sage, bedeutet das, dass ich es oft im Voraus bekomme, verglichen mit dem Zahlungsterminal, auf dem immer noch "Zahlung in Bearbeitung" steht!
Es ist aus drei GrĂŒnden wirklich cool:

  1. Wenn ich im Ausland bin, weiß ich genau, wie viel ich in CHF ausgegeben habe - die Umrechnung erfolgt direkt und der endgĂŒltige Betrag wird sofort angezeigt
  2. Wenn meine Frau meine Zweitkarte benutzt, werde ich direkt benachrichtigt und kann es in YNAB eingeben (diese Funktionsweise kommt uns sehr gelegen), ohne fĂŒr Benachrichtigungen CHF 4 pro SMS an Cembra zahlen zu mĂŒssen...
  3. Dein YNAB-Konto ist immer auf dem neuesten Stand, da die Revolut-App in Bezug auf den Kontostand immer auf dem neuesten Stand ist. Es gibt keine Verzögerung wie bei der Cumulus Mastercard (mit einer Verzögerung von mehreren Tagen...)

Der dritte Vorteil ist die Aufladung deiner Revolut-Karte. Ich habe an vielen Stellen gelesen, dass es ĂŒber eine IBAN-Überweisung bei deiner Bank eine Weile dauert (mehrere Stunden bis 1-2 Tage). Meinerseits habe ich nur das Aufladen ĂŒber meine Cumulus-Mastercard-Kreditkarte getestet.
Zum einen ist es kostenlos. Zum anderen passiert auch das sofort. Und ich kann das Geld auf meiner Revolut gleich in der Sekunde drauf nutzen.
Anekdote: Frau MP sollte letzte Woche eine erhebliche Zahlung leisten. Sie schreibt mir eine SMS. Ich starte die App und lade in weniger als 10 Sekunden CHF 2'000 auf. Ich sage ihr, dass es okay ist. Ihre Reaktion: "HĂ€h? Schon?!"

Der vierte Vorteil ist, dass ich vom Cashback meiner Cumulus-Mastercard profitieren kann, wenn ich sie zum Aufladen meiner Revolut verwende. Es ist also das Beste aus beiden Welten!

Und ich hĂ€tte beinahe den fĂŒnften Vorteil vergessen: Du kannst an jedem Geldautomaten weltweit kostenlos Geld abheben – bis zu 200 €/Monat!

Nachteile von Revolut

Bisher habe ich bei Revolut folgende Nachteile gefunden:

  • Einige Websites wie Apple (der einzige Fall, den ich bisher hatte) akzeptieren meine Karte nicht, da sie aus Großbritannien und nicht aus der Schweiz stammt
  • Eine andere Website hat mich abgelehnt, weil es sich um eine Prepaid-Karte handelt (ich glaube, es war DigitalOcean)
  • Es gibt keine Option, eine Transaktion als "GeprĂŒft" zu markieren (nĂŒtzlich, um zu erfahren, was in YNAB) reinging. Also nutze ich die Revolut-Option "Transaktion verbergen" jedesmal, wenn ich sie in YNAB eingebe. Damit alle Transaktionen wieder angezeigt werden, muss man sich anscheinend ab- und dann erneut in der App anmelden. Nicht sehr praktisch, aber im Moment ist alles in Ordnung
  • Ich habe keine persönliche IBAN wie ich sie bei N26 hĂ€tte (ein Blogpost ĂŒber diese neue Bank wird folgen). Wenn ich also Geld erhalten will, muss ich eine eindeutige Schweizer Revolut-IBAN mit einem zusĂ€tzlichen Code verwenden, damit sie wissen, dass es fĂŒr mein Konto ist

Fazit: Was ist die beste Kreditkarte der Schweiz 2019?

Um es kurz zu machen:

  • Wenn du nur CHF und nur in der Schweiz Geld ausgibst, ist die Cumulus-Mastercard die beste Wahl, weil es keine GebĂŒhren und ein Cashback-Programm gibt (N.B. Cashback-Geld kann nur in GeschĂ€ften der Migros-Gruppe ausgegeben werden)
  • Wenn du regelmĂ€ĂŸig in FremdwĂ€hrungen und im Ausland (ĂŒber das Internet oder auf Reisen) Geld ausgibst, solltest du dich fĂŒr Revolut entscheiden (das Bild unten zeigt dir, wie du deine Karte kostenlos erhĂ€ltst, statt CHF 6.99 fĂŒr den Versand zu zahlen). Es ist wirklich fantastisch!
  • Wenn du vom Cumulus-Cashback und den Null-GebĂŒhren von Revolut profitieren willst, nimm beide und lade dein Revolut-Konto mit deiner Cumulus-Mastercard auf đŸ’„

Und ihr, welche Kreditkarte benutzt ihr im In- und Ausland?!


Anmerkung: Wer gut informiert ist wird die neue Swisscard Cashback-Kreditkarte bemerkt haben, die auf den ersten Blick vorteilhaft zu sein scheint, weil sie 1% Cashback ĂŒber Amex bietet. Das Problem ist aber, dass 1/ die Amex nicht ĂŒberall inder Schweiz akzeptiert wird und 2/ das man seine Revolut nicht ĂŒber eine Amex aufladen kann... So ein Mist!
Und mit ihrer VISA/Mastercard bekommst du nur 0.2% Cashback im Vergleich zu 0.33% mit der Cumulus-Mastercard.


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