Hör mit dem Rennen auf und fang an zu leben. Jetzt.

Während der letzten zwei Jahre war unser (finanzielles) Leben auf Autopilot. Alle Geldoptimierungen, um FIRE zu erreichen, waren erledigt, und wir konnten friedlich auf die Finanzielle Unabhängigkeit zu schippern, während wir jeden Monat etwa 40% unseres Haushaltseinkommens beiseitelegten.

Aber als der Mensch, der ich bin, hatte ich erneut das "will mehr"-Gefühl.

Ich landete bei dem berühmten Rechner für den frühen Ruhestand, mit dem ich ab und zu gerne spiele. Das war im letzten November.

Und es begann wieder von vorne.

"Der Weg sieht so lang aus, es muss etwas geben, das ich noch optimieren kann. Ich muss meine alternativen Wege überdenken. Wir müssen über den Tellerrand hinaus blicken."
Dies waren die Sätze, die ich vor mich hin grummelte, während ich meine tatsächlichen Zahlen anstarrte.

Der berühmte Rechner für den frühen Ruhestand

Mehr Geld machen, egal, was es kostet

Normalerweise würde ich an der Kostenoptimierung arbeiten. Aber dieses Mal hatte ich eine "Think Big" -Mentalität und dachte an Einkommensalternativen.

Zufällig unterhielt ich mich in diesem Zeitraum mit meinem Freund Mr. RIP 1. Wir sprachen über meine aktuellen Möglichkeiten und insbesondere über eine, die meinen Weg in die finanzielle Unabhängigkeit verändern würde. Eine, die die Chance, FIRE mit 40 zu erreichen, dramatisch erhöhen würde. Aber auch eine, die mein Lebensglück dramatisch beeinflussen würde.
Wunschdenken im Kopf, begab ich mich auf die "Traumbühne" und stellte mich mir dort in einem Jahrzehnt vor, finanziell frei.

Ich beschloss, einen Versuch zu wagen.

Während der nächsten Tage entwickelte ich den perfekten Plan, um diese schwer zu ergreifende Gelegenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Ich habe sogar eine Blog-Pause gemacht, um mich ausschliesslich auf dieses Ziel zu konzentrieren – was euch ein Gefühl dafür gibt, wie sehr mir daran lag.

Zu Beginn der Reise zu diesem neuen Ziel stellte ich mir nur die besten Szenarien vor, in Bezug auf das, was ich gegen (viel) mehr Geld eintauschen wollte: weniger Freiheit, weniger Glück (aufgrund von weniger Zeit mit der Familie), und weniger Sinn. Ich war überzeugt, dass ich mit etwas weniger von all dem leben könnte, im Austausch für einen FIRE-Abkürzungs-Plan.

Als ich mich der Ziellinie näherte, hinterfragte ich meine neue Lebensrichtung immer mehr.
War ich wirklich bereit, diese Kompromisse für fast ein Jahrzehnt einzugehen? Ich meine, es ging um Jahre, nicht nur ein paar Wochen oder Monate!

Als das Projekt kurz vor dem Abschluss stand, musste ich eine Wahl treffen. Die Zahlen waren kristallklar, aber die Realität war verschwommen.

Mehr Geld!

Der Dokumentarfilm "Happy" (Glücklich)

Ich habe Abende damit verbracht, über dieses Glücksding nachzudenken. Was es für mich bedeutete. Auf welcher Ebene es wäre, wenn ich diese Lebensveränderung machen würde.
Zum Glück landete ich auf dieser "Happy"-Dokumentations-Website.
Sie half mir, die Antworten, die ich bereits in Blogs gelesen hatte, zu überdenken und neue Paradigmen zu entdecken, die meine verschwommene Realität klärten.

Das Hauptkonzept, um das es im ganzen Film geht, ist, dass wahres Glück geschieht, wenn du dich auf Dinge konzentrierst, die grösser sind als du selbst. Dinge wie Dankbarkeit, Mitgefühl, Fürsorge und Liebe.

"Glücklich sein ist eine Fähigkeit, die man genauso lernen kann, wie man Geige oder Golfspielen lernt." — The Happy Movie

Zudem erklärt der Film, dass die Formel für Glück nicht für alle gleich ist. Trotzdem sind die meisten Dinge, die jeder liebt, die Bausteine eines glücklichen Lebens:

  • Spielen
  • Neue Erfahrungen machen
  • Zeit mit Freunden und Familie verbringen
  • Dinge tun, die Sinn haben
  • Schätzen, was wir haben

Diese Dinge machen uns glücklich und sie sind gratis. Und das Coole am Glücklichsein ist, je mehr davon du hast, desto mehr hat jeder. Ein perfekter tugendhafter Zyklus.

Dieser Dokumentarfilm half mir, für einen Moment von meinem FIRE-Abkürzungs-Rennen zurückzutreten und mit mehr Klarheit zu entscheiden, welchem Lebensentwurf ich folgen wollte.

Nach Wochen der Diskussion mit Frau MP und langen WhatsApp-Chats mit Herrn RIP (der sich zufällig auch in einer Phase befindet, in der er sich Fragen stellt, wie du in seinen neuesten Blogposts lesen kannst), kam ich zu einer endgültigen Entscheidung.

Ich entschied mich, diese Gelegenheit zu stoppen, ehe ich die Ziellinie überquerte.

Der Pfad der Abkürzung hätte mich zu weit weg von Familie und Freunden geführt (d. h. weniger Zeit mit ihnen), davon, Dinge zu tun, die Sinn haben (etwas, was ich zum Glück in meinem derzeitigen Lebensgefüge habe) und davon, anderen zu helfen (insbesondere über diesen Blog, weil ich müder und gestresster gewesen wäre und daher weniger oft geschrieben hätte).

Also was nun? Zurück zum alten langsameren Rennen?

Diese grosse Gelegenheit (und Herausforderung) endete unerwartet. Aber die Erkenntnisse waren enorm, da sie viele Dinge in meinem Leben geklärt haben. Sie erlaubte mir, mir auf meinem Weg zu FIRE und darüber, wie ich es erreichen will, einige ernsthafte Fragen zu stellen.

So würde ich mein neues Leitbild zusammenfassen: "Mein kürzester Weg zu FIRE ist derjenige, der das meiste Geld einbringt und die gleiche Stufe (oder eine höhere) an Freiheit, Sinn und Zeit mit der Familie sicherstellt, die ich jetzt im Jahr 2018 habe."

Du denkst jetzt vielleicht etwas in der Richtung: "Tsss, lieber MP, du weigerst dich nur, zuzugeben, dass du deine Komfortzone magst. Das ist nicht wirklich Mustachian. Du hast uns an ein Leben mit mehr Herausforderungen gewöhnt."
Worauf ich antworte: "Versteh mich nicht falsch, ich lehne Geld nicht so leicht ab und kämpfe weiterhin eisern darum, andere Einnahmequellen zu finden, um unseren Weg zu FIRE zu verkürzen. Es ist nur so, dass ich jetzt wesentlich selektiver bin, wenn ich eine solche Gelegenheit anhand meines oben umrissenen neuen Leitprinzips bewerte: Wenn die neue Option zum Beispiel nicht sinnvoll ist, also nicht zu mehr Glück führt, verwerfe ich sie, weil ich Sinnhaftigkeit nicht gegen Geld eintauschen will."

Dieser Denkprozess erinnerte mich an die Vision, die ich damals für diesen Blog hatte: "Reichtum aufbauen, während du dein Leben geniesst". Ich habe nur ein Leben und ich möchte, dass meines glücklich ist. Von jetzt an.

In einem Tesla zur FU rollen, mit Aufenthalt in schönen Buchten

Vor diesem grösseren Projekt hatte ich das Gefühl, vom Rattenrennen zum FU-Rennen gewechselt zu haben. Beides waren Rennen, bei denen ich vergass, das Leben zu geniessen und sie nur als Meilensteine und nicht als Zweck an sich zu betrachten.

Ich habe meine Einstellung nun zu etwas wie das "Zur FU rollen"-Konzept berichtigt, es jedoch um "in einem Tesla, mit Aufenthalt in schönen Buchten" ergänzt.

Was bedeutet, dass ich eine Arbeit machen kann, die ich liebe (d. h. Zur FU rollen, auch als BaristaFI bekannt), und dass das ziemlich gut bezahlt ist (der "in einem Tesla"-Teil, mit seinem regenerativen Bremsen, das mehr Geld einbringt) anstelle eines unterhaltsamen, aber schlecht bezahlten Jobs im ursprünglichen Modell!

Ich gedenke auch, meine Überstunden regelmässiger zu kompensieren (der "mit Aufenthalt in schönen Buchten"-Teil), um es wie Mini-Ruhestand zu geniessen (zeitweise reduzierte Arbeitsprozente oder volle Wochen frei), anstatt es am Ende des Jahres bezahlt zu bekommen.

Das ist die Theorie, die ich praktisch erreichen will. Dafür werde ich bewusst an meiner High-Achiever-Einstellung 2 arbeiten müssen, um diese luxuriöse Situation mehr geniessen zu können, auf täglicher Basis.

In einem Tesla zur FU rollen

Wie Mr. RIP mit während einer unserer abendlichen Konversationen einmal sagte: "Du hast offenbar schon einen Nach-FU-Job, Bro!"
Er hatte recht, und ich bin so was von bereit, diese seltene Gelegenheit zu ergreifen.

Was ist mit dir? Hast du schon mehr Geld für weniger Glück bevorzugt – indem du Sinn oder Zeit mit geliebten Menschen eingetauscht hast? Wie ist es ausgegangen?


  1. Nebenanmerkung für INTJ-Leser wie mich: finde die richtige(n) Person(en) als gute(n) Vertraute(n) und zwinge dich dann, dich zu öffnen und deine Kämpfe und Ideen mitzuteilen, den das ist eins der effektivsten Dinge, um dich im Leben vorwärts zu bringen (inklusive im Bereich FIRE). 

  2. Ich muss den Druck, den ich mir selbst bei jedem Projekt auferlege, an dem ich arbeite (beruflich oder zu Hause), abbauen (oder wenigstens verringern). 


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