Der sparsamste Weg, in Europa 300 km zu reisen (wenn du kein Auto hast)

Vor drei Wochen machten Frau MP und die Kinder sich auf den Weg in ein langes Wochenende ab Donnerstag.
Ich musste bis Ende der Woche arbeiten, daher sahen wir uns nach Möglichkeiten um, wie ich am Samstagmorgen zu ihnen stossen könnte.
Also suchten wir nach einem Transportmittel, das nicht unser Auto war (da meine Frau damit fahren würde) und mich die 300 km von Lausanne (Schweiz) nach Lyon (Frankreich) bringen würde.

Unten sind die drei Optionen, die wir bewertet haben. Ich hoffe, dieses kleine frugale Experiment lässt dich ein paar neue Wege entdecken, wie du so billig wie möglich von A nach B kommst!

Option 1: Zug – 50€ + Fahrkosten vor Ort

Da ich seit fünf Jahren Schweizer-ÖV-süchtig bin (ja, ja, ich habe zwei Jahre gebraucht, bis ich meine alten falschen Gewohnheiten aus Frankreich abgelegt hatte), galt mein erster Blick natürlich den Möglichkeiten des Bahnverkehrs. Der niedrigste Preis zu meinem Ziel, den ich fand, war etwa 50€ (~ CHF 55).
Ein wenig zu teuer für eine Reise von 300 km.
Ausserdem wäre ich an einem Bahnhof angekommen, von dem aus ich auch noch ein Taxi oder den lokalen ÖV hätte nehmen müssen...


Meine hochgeschätzten Schweizer Züge!

Option 2: Bus - 11€ + Fahrkosten vor Ort

Diese zweite Option fand ich gerade jetzt, als ich Preise für diesen Blogpost nachsah!
Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass man einen grenzüberschreitenden Bus-Trip in Europa machen kann. Und wenn überhaupt, hätte ich gewettet, dass es das gleiche kostet wie mit dem Zug.

Während ich bei Google nach einem Preisbeispiel sah, stolperte ich über eine Werbung, die sagte "Lausanne-Lyon für 9€". Dieser eingängige Titel machte mich neugierig. Ich klickte und landete auf einer Website name "Flixbus".
Es ist anscheinend ein deutsches Unternehmen, das kürzlich in den französischen Markt einstieg, der, wie ich erfuhr, bereits voll mit anderen Langstreckenbus-Angeboten war wie Eurolines (Transdev), iDBus (SNCF), Starshipper (French cooperative) und Megabus (Stagecoach).


Langstreckenbusse sind nicht für euch US-Leute reserviert ;)

Ich prüfte alle Websites und obwohl sie alle Reisen über Grenzen hinweg anbieten, schien FlixBus das einzige Unternehmen zu sein, das eine Lausanne-Lyon-Verbindung unterhielt.

Der Preis für die Hinfahrt: nur 11€! Ich konnte es zuerst gar nicht glauben.
Aber durch Lesen im Internet fand ich heraus, dass es stimmte und das andere Leute sogar bessere Deals hatten, wie eine Fahrt von Lyon in den Südwesten von Frankreich für 1 oder 2€.
Sie bieten an Bord normalerweise USB-Ladegeräte und WLAN gratis an, aber der letzte Punkt schien nicht immer zu funktionieren, falls überhaupt (N.B. Info auf Bewertungswebsites gefunden).

Ich werde diese Option definitiv in meiner Liste frugaler grenzüberschreitender Trips behalten! Mein besonderer Dank gilt euch, meinen lieben Lesern; dank euch habe ich heute etwas entdeckt!!!

Option 3: Carpooling – 15€ alles inklusive

Dies war ursprünglich der Grund für diesen Blogpost: mein Carpool-Experiment mit euch zu teilen.
Ein paar Familienmitglieder berichteten neulich während eines Gesprächs, dass sie ausgiebig den (durch Fernsehwerbung) bekannten Carpooling-Service (Fahrgemeinschaft, Mitfahrzentrale) BlaBlaCar nutzen.
Als meine Frau mir den Zugpreis sagte, beschloss ich, mir diese frugale Sache anzusehen und lud mir die App herunter.

Fünf Minuten später hatte ich einen Typ gefunden, der eine ähnliche Fahrt wie meine gesuchte anbot. Klick. Boom. Gebucht!
Weniger als eine Stunde danach bestätigte der Typ die Buchung. Ich sprach dann per Handy mit ihm, um den Ort zum Zusteigen zu verabreden. Erledigt. 15€.


Einfach, schnell und frugal! BlaBlaCar FTW!!!

Du sagst jetzt vielleicht, dass diese Lösung teurer ist, als die neu entdeckte mit dem Bus, aber alles in allem ist dieses Carpooling trotzdem wesentlich billiger, weil ich die Person bitten konnte, mich exakt dort abzusetzen, wo ich hinwollte, ohne vor Ort ein Taxi oder einen örtlichen Bus zahlen zu müssen, um an mein Endziel zu gelangen – und da ist noch nicht einmal die Zeit eingerechnet, die ich so verloren hätte.

Was die Erfahrung selbst angeht – es hat wirklich Spass gemacht, jemand neues kennenzulernen.
Wir sprachen während der ganzen Fahrt über unsere Hobbies, den Indian Summer (ja, ich weiss, kanadische Leser, ich bin süchtig!) etc.

Er erklärte mir auch ein paar Tipps und Tricks rund ums BlaBlaCar-System, zum Beispiel zum Bewertungssystem: die Nutzer können Kommentare anderer Leute akzeptieren oder auch nicht, aber sie haben keine Wahl bezüglich des Sterne-Ratings.
Falls du also jemanden mit einem Durchschnitt von 3 aus 5 Sternen findest, überlegst du es dir besser zweimal, mit ihm/ihr Carpooling zu machen, da es die Regel ist, dass alle Kommentare auf der Plattform hinterlassen.

Fazit

In drei Worten könnte ich abschliessen mit "Sharing Economy FTW!".

Ich bin immer überrascht (und froh), zu entdecken, dass das, was pragmatisch und ökologisch den meisten Sinn macht, und uns auch am glücklichsten macht, sehr oft (wenn auch nicht immer) die sparsamste Option ist.

Aufs Carpooling bezogen heisst das: für den minimalen Preis bekommst du all die Vorteile, die du bei einem eigenen Auto hast, wie (fast) genau zu entscheiden, wo du abgesetzt werden willst. Du erfüllst eines deiner grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse durch jemanden, der dich begleitet, was soziale Interaktion voraussetzt. Und lass dir gesagt sein, dass es auch viel Spass macht, das Leben von jemand anderem zu entdecken!
Ausserdem, falls du beim Fahren auf der Autobahn schnell müde wirst wie ich, hast du jemandem zum Reden. Was dabei hilft, nicht einzuschlafen.

Für längere Strecken – z. B. von Spanien nach Deutschland – ziehst du vielleicht den Bus vor, da er eine billigere Option sein könnte, obwohl du dann einige andere Vorteile von Fahrgemeinschaften verlieren könntest.

Was sind deine frugalen Spartipps für solche Reisen von um die 300km Entfernung?!?


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